Die Entstehung und Entwicklung

Kurzfassung

Die meisten Überlieferungen des klassischen Jazz erzählen von der „hottest band in town“. Von New Orleans über Chicago bis New York füllten die Bands die Tanzsäle und Bars, wo die Musik u.a. heiße Tänze wie den Charleston kreierte, gleichzeitig aber auch „l’Amourhatscher“ wie „cheek to cheek“ entstanden. Der Name „Hot Jazz“ steht für das Golden Jazz Age der 20er-Jahre, repräsentiert durch so bekannte Musiker wie Louis Armstrong, Sydney Bechet, Kid Ory, Fats Waller und viele andere. Bezeichnend für die Anerkennung der Musiker die ihnen von ihren Fans verliehenen Titel „Duke, Count, King, Lady…

In dieser Tradition formierte sich in den 1990er-Jahren mit den Gründungsmitgliedern Udo Ehmsen, Günter Graf und Thomas Nell die Hot Jazz Ges.m.b.H. – die heutige Hot Jazz Ambassadors. Im Laufe der Jahre haben sich das Repertoire und der Stil der Band verändert, auch im Zusammenhang  mit wechselnden Musikern, deren individuellem Stil und unterschiedlichen Instrumenten und last not least seit 2004 mit der stimmlichen Ergänzung durch die in der „Rockszene“ schon bekannte Sängerin Ramona Steiner.

Markus Weißenbach, der von Beginn an mit seiner Tuba den eigenen, charakteristischen Stil der Band mitgeprägt hatte, verließ die Band aus Zeitgründen leider im Jahr 2008. Doch der glückliche Zufall brachte den großartigen, vielseitigen Bassisten Peter Strutzenberger zu den Hot Jazz Ambassadors. Er übernahm die Bassfunktion mit seinem Stringbass und verlieh der Band damit einen neuen Sound.

Das Repertoire besteht einerseits aus Titeln und Melodien des „American Songbooks“ von bekannten Komponisten wie Irving Berlin, Hogey Carmichael, W.C. Handy, Cole Porter u.a., aber auch aus Kompositionen des Klarinettisten der Band, Günther Graf. Die allen Songs eigenen Arrangements bestimmen den charakteristischen Sound der Band. Die vielseitigen Interpretationen der Sängerin Ramona Steiner vom alten, erzählenden Blues über Balladen bis zu bekannten Musicaltiteln werden vom Publikum besonders geschätzt.
Seit 2013 spielt der hervorragende ungarische Holzbläser David Marshall Tenor und Basssax sowie gelegentlich Klarinette mit der Band
.

Neben Auftritten bei internationalen Festivals, u.a Sisters/ USA, spielt die Band bei Stadtfesten, im Wiener „Metropol“, bei privaten Veranstaltungen und anderen „Events“. Regelmäßiger, beliebter Spielort ist das Wiener „Jazzland“, wo die Band immer wieder mit weltweit bekannten Gastmusikern, vorwiegend aus den USA, spielt.

Langfassung

1995 gründen Günther Graf (Klarinette) und Thomas Nell (Trompete) gemeinsam mit Udo Ehmsen (Banjo) eine Band, die sich der Pflege des traditionellen New Orleans Repertoires widmen will und wird. Der Bass wird zunächst mit verschiedenen Musikern besetzt.

1997 kommt ein Zusammenspiel mit Markus Weissenbach (Tuba) zustande und schnell ist klar, dass die Tuba das Instrument ihrer Wahl ist. Bei dieser
neuen Besetzung bleibt es die folgenden drei Jahre. Markus Tubaspiel und
seine eigenständige Auffassung, dieses Instrument nicht nur als Funktionsbass
zu verwenden, verleihen der Band ihre eigenständige Charakteristik.
Schlußendlich soll das "Projekt" auch noch einen Namen bekommen:

Es entsteht die Hot Jazz Ges.m.b.H.

Ein Repertoire wird erarbeitet, ältere Einspielungen werden transkribiert,
"alte" Lieder werden neu interpretiert. Kompositionen von Musikern aus
dem Freundeskreis und der Wiener Jazzszene werden umgesetzt. Aus
einem Jazzlandmitschnitt entsteht 1998 die erste CD.

Anfang 2000 ergibt sich eine glückliche Zusammenarbeit mit dem
Tenorsaxophonisten Thomas Schwetz, dessen herrlicher Tenorsound
die Band abrundet und für eine prickelnde Mischung aus traditionellem
New Orleans Sound mit swingenden Tenorsoli sorgt. Da Thomas
Schwetz die Klarinette ebenso beherrscht wie das Tenorsaxophon,
gehören auch Klarinetten-Duos zum tragenden Element mancher
Stücke wie z.B. dem "Gravier Street Blues". Die Änderung vom
Quar- zum Quintett erfordert auch einen neuen Band-Namen:

Aus der Hot Jazz Ges.m.b.H.werden die Hot Jazz Ambassadors, da die Band zum traditional Jazzfestival nach Sisters,Oregon USA eingeladen wird und der alte Bandname in den USA keine Bedeutung hat.

2001 verlässt Thomas Schwetz Österreich und wird in der Band durch Christian Plattner ersetzt. Als Thomas 2002 wieder für kurze Zeit zurückkehrt,
beginnt man mit unterschiedlichen Besetzungen zu experimentieren. Schließlich wechselt Christian vom Tenor- zum Altsaxophon. Seine Soli enthalten sehr viele
bopige Elemente und führen zu einer stilistischen Erweiterung.

Auf der 2002 eingespielten CD Jazzland Strut nutzt die Band bewusst unterschiedliche Instrumentierungen, wodurch eine Fülle von verschiedenen Klang- und Stilspektren entsteht.

2003 besucht Ramona Steiner, ein junger aufgehender Pop- und Rockstar das Wiener Jazzland während eines Auftrittes der Hot Jazz Ambassadors. Sie ist von der für sie bis dahin unbekannten Musik sofort fasziniert und erklärt der verblüfften Band, dass sie als Sängerin mitmachen möchte „um die Wurzeln der Pop- und Rockmusik kennen zu lernen“. Nach intensiver Trainigs- und Probenarbeit mit den alten Jazzherren entsteht ein herrliches Blues- und Traditionalrepertoire, welches im November 2006, anlässlich eines der legendären Konzerte der Band im WIENER METROPOL auch in Form der CD Roots&Routes präsentiert wird.

2006: Axel Melhardt (Jazzland Wien) zur aktuell aufgenommenen CD Roots & Routes: Wenn Josef Ressel jemals gesagt haben sollte (was ich nicht glaube): "Heute will ich die Schiffsschraube erfinden", so hat er ein Märchen erzählt. Neuerungen entstehen -sie werden nicht "gemacht". Roy wollte unbedingt so spielen wie Louis Armstrong und endete als Eldridge. Dizzy wollte den Roy imitieren und wurde zum Gillespie und so fort. Stilistische Änderungen kommen von selbst, die kann man nicht herbeizwingen. Bei dieser CD, die sehr passend "Wurzeln und (neue) Wege" heißt, liegt ein vollkommenanderer Fall vor - hier wird nicht zwanghaft erneuert, sondern die Herren und die eine Dame produzieren klassischen Jazz in seiner reinsten Form - allerings in einer noch nie gehörten Art und Weise. Hier findet man, fest in den Wurzeln verankert, neue Wege - man verzichtet in der Stammformation auf Schlagzeug, Bass und Posaune (die üblichen klassischen Ingredienzien) und mischt fürwitzig ein einsames Saiteninstrument mit vier Bläsern. Dass auf einigen Titeln Franz Luttenberger auf tp & p herrlich mitmischt, ändert an dem absolut innovativen Konzept keinen Deut - das ungemein starke Kollektiv der HOT JAZZ AMBASSADORS verträgt auch problemlos eine solche "Einmischung".
Womit wir bei der Band sind -
Thomas Nell (co), verfügt über einen satten Ton, einfallsreiche Phrasierung und eine stets kompetente Führungsstimme, die seine Kollegen nie und nimmer im Stich lässt.
Seit Jahrzenten ist Günther Graf (cl) einer der einfallsreichsten Impovisatoren in der Wiener Szene, und es ist absolut sensationell, wie er sich nun auch als Komponist
in die Band einbringt. Stilistisch viel moderner ist Christian Plattner (as), der oft klingt wie Zoot Sims - der allerdings nie traditionellen Jazz und nie Altsaxophon gespielt hat – also absolut genial. Das viert Horn ist Markus Weissenbach mit seiner Tuba, dem es gelingt, den kühnen Spagat zwischen dem authentischen Klang eines Cyrus St. Clair und der perfekten Instrumentenbeherrschung zu spannen. Einsam an den 4 banjo- und 4 guitar-Saiten Udo Ehmsen, der sich rhythmisch und melodisch in das Bläserkollektiv einfügt. Bleibt die junge und zierliche Ramona Steiner mit ihren tiefschwarzen Stimmbändern und ihren Interpretationen der klassischen Bluesära. Wenn man in so jungen Jahren so grandios singt, ist es fast eine Verpflichtung, dem klassischen Jazz die Treue zu halten.Wie groß die Freude der Band an der Produktion dieser CD gewesen ist, kann man unschwer daran erkennen, dass eigentlich eine einfache CD geplant war - aber so ganz von selbst kam so viel Material zusammen,
dass man die Streitereien, welche Titel man "hinausschmeißen" muss, einfach mit dem despotischen Entschluss beendete: "Dann machen wir eben eine Doppel-CD."
... und wir sagen einfach: "Danke!"

2008 beendet Markus Weissenbach, der mit seiner Tuba den Stil der Hot Jazz Ambassadors so wesentlich mit geformt hat, seine Mitwirkung. Mit dem hervorragenden Bassisten Peter „Strutzi“ Strutzenberger wird zwar kein Ersatz gefunden, aber ein neues Instrument in die Band aufgenommen, welches für einen neuen Sound sorgt, der besonders dem wachsenden Gesangsrepertoire der Band Rechnung trägt. „Strutzi“ ist, was Stilrichtungen anbelangt, ein sehr gefragter und geschätzter „Multi“, auch er ist aber  sehr an den Wurzeln der heutigen Unterhaltungsmusik interessiert. Seine Mitwirkung ermöglicht eine stilistische Öffnung zu anderen Musik- und Jazzrichtungen, wobei man dem traditionellen Jazz aber treu bleibt.  

Am 11. Nov. 2010 wird im Rahmen eines sensationellen, ausverkauften Konzertes im  Wiener METROPOL  die neueste CD „DIAMONDS“ vorgestellt. Erstmalig bereichern die HOT JAZZ AMBASSADORS das Repertoire mit jazzig interpretierten Hits aus den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. RAMONA STEINER begeistert das Publikum mit Songs wir „It´´s A Good Day For Singing A Song“, „At Last“ und „On The Sunny Side Of The Street“, es finden sich auch Eigenkompositionen der Band im Programm.

Seit 2010 war Niko Afentulidis auf dem Tenorsaxophon stäniges Bandmitglied. Seit seinem Studium am Konservatorium der Stadt Wien von 1990-1996 (Saxophon und Jazztheorie/Arrangement) ist er als freischaffender Musiker in verschiedensten Formationen unterschiedlichster Stilrichtungen tätig.

David Marsall ist das neueste Bandmitglied und spielt seit 2013 Sopran- Alt- Tenorsaxofon und gelegentlich auch Klarinettenduette mit Günther Graf.